Werbung, die

Ursprüngliche Bedeutung von “werben”: sich wirbeln, drehen, wenden, wandeln.
Auch heute noch wandelt sich Werbung stetig. Konsequent bleibt aber der Versuch uns zu Konsument:innen zu machen. Die Aufmerksamkeit der Passant:innen soll generiert werden, so dass sie nach dem Vorbeigehen an einem Plakat noch einmal herumwirbeln, einen zweiten Blick darauf werfen. 

Täglich prasseln 20.000 Nachrichten auf uns ein, die Hälfte davon sind Werbebotschaften. Werbung holt uns dort ab, wo wir uns ohnehin schon aufhalten – sei es morgens an der Bushaltestelle, Daheim im Briefkasten und vor der Glotze oder beim Swipen auf Tinder. Auch wenn wir schon des Öfteren wegen Werbung auf coole Veranstaltungen oder Schokoriegel gestoßen sind – irgendwie ist niemand so richtig begeistert von Werbepausen, Schleichwerbung oder leuchtenden Werbedisplays im Lieblingsspäti.
Die Allgegenwärtigkeit von Werbung fordert uns zu einem kritischen Umgang mit dem Thema auf.

In Pandemiezeiten scheinen sich selbst Bund und Länder teilweise mehr Gedanken dazu gemacht zu haben. Im Saarland wurde beispielsweise im Rahmen neuer Covid-Verordnungen im Februar diesen Jahres ein Werbeverbot für Produkte verhängt, die nicht zum täglichen Bedarf gehören.
Passend zum Release dieser Ausgabe hat der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft jüngst ebenfalls strengere Regelungen hinsichtlich Lebensmittelwerbungen beschlossen, um Kinder und Jugendliche vor der Aufforderung zum Kauf ungesunder Lebensmittel zu schützen. Doch welche Werbefirmen sich tatsächlich an diese Selbstverpflichtung halten werden, steht wohl in den Sternen.


Besonders der öffentliche Raum ist hart umkämpft, denn Werbung prägt das Panorama vieler Metropolen nachhaltig. Wir haben uns mit Menschen unterhalten, die eine politische Sicht auf Werbung haben und die Frage aufwerfen, wem die Stadt gehört. 

Gleichzeitig haben wir beim Erarbeiten dieser Ausgabe aber auch gemerkt, wie kurios und einfallsreich das Handwerk “Werbung” sein kann. Außerdem sind wir auf Projekte gestoßen, die auch in der Zweckentfremdung von Werbung eine Möglichkeit des Kreativen sehen.
Es ist an der Zeit, Werbung einfach nicht mehr so an sich vorbeiziehen zu lassen.

Wir wünschen euch viel Spaß bei der ersten Ausgabe!



HECKMAG – dafür stehen wir mit unserem Namen

Lana, Carla, Alina und Ben